1590 - Firmengründung in Hamburg

1590, als Hans und Paul (II) Berenberg ihre Firma gründeten, lebten etwa 1.000 Niederländer in Hamburg. Die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, der maßgeblich von diesen Refugianten getragen wurde. Neben Handwerkern waren es vor allem in Handel und Finanzierung erfahrene Kaufleute.
Die Brüder Berenberg, die Tuchhandel und allgemeine Im- und Exportgeschäfte betrieben, waren offenbar strebsam und erfolgreich. 1594 finden sich ihre Namen in der Sammlungsliste der Niederländischen Armencasse, einer noch heute bestehenden Institution zur Unterstützung in Not geratener Schicksalsgenossen. Anfang des 17. Jahrhunderts waren von den 42 Firmen, die Umsätze über 100.000 Mark verzeichneten, 32 niederländischen Ursprungs. Die Brüder Berenberg standen an fünfzehnter und sechzehnter Stelle.
Anfangs waren die Niederländer in Hamburg noch gewissen Beschränkungen unterworfen. So war es Ausländern verboten, innerhalb der Stadtgrenzen mit anderen Ausländern Geschäfte zu tätigen. Viele Niederländer wurden daraufhin Bürger der Stadt, wozu Hans und Paul (II) Berenberg sich jedoch nicht entschließen konnten. 1604 erließ der Rat dann ein liberaleres Mandat, das Ausländern nun den freien Handel mit neuen Luxusgütern erlaubte, mit rheinischen Weinen etwa, ungarischem Kupfer, Indigo, Elefantenzähnen oder Gewürzen. Kurze Zeit später wurden die ausländischen Händler den Hamburger Bürgern sogar gleichgestellt – Hamburg betrieb eine recht pragmatische Politik.

