Privatbank

Börsen-Brief

Fremdwährungen – Alternative zum Euro?

Die Devisenmärkte kommen nicht zur Ruhe. Nachdem der Schweizer Franken monatelang an Wert gewonnen hatte und der Wechselkurs auf die Parität zum Euro zusteuerte, sah sich die Schweizer Nationalbank zum Handeln gezwungen. Mit einer Reihe von Maßnahmen schwächte sie den Franken-Kurs, um der heimischen Exportwirtschaft Luft zu verschaffen. Schließlich zog die Schweizer Nationalbank einen vorläufigen Schlussstrich unter die Aufwertung, indem sie einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro festlegte. Der als extrem sicher geltende Anlagehafen Schweiz macht also vorerst dicht. Damit hat die Schweiz das eigene Problem etwas eingedämmt.
Die Suche vieler Anleger nach Alternativen zu den etablierten Währungen geht dennoch weiter. US-Dollar und Euro werden nicht mehr als unzweifelhaft sicher eingeschätzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) lieferte in der vergangenen Woche Hinweise auf eine bevorstehende Zinspause. Zinserhöhungsphantasien, die dem Euro Auftrieb gegeben hatten, wurden damit zunächst erstickt. Am darauffolgenden Tag gab EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, standhafter Vertreter einer stabilitätsorientierten Geldpolitik, seinen Rücktritt bekannt. Beides hat den Euro-Kurs weiter unter Druck gesetzt. Die noch immer ungelöste Euro-Schuldenkrise belastet ohnehin.

Welche Währungen bieten sich als Alternativen zu Euro und US-Dollar an, nachdem der Schweizer Franken von der Notenbank an die Leine genommen wurde? Noch immer gilt der japanische Yen als sichere Anlagewährung. Angesichts Wachstumsschwäche, Rekordschulden und einer alternden Bevölkerung ist allerdings fraglich, wie lange die japanische Währung diesen Status noch halten kann.
Langfristig orientierte Investoren schauen sich deshalb verstärkt nach Ländern um, die sich durch geringe Staatsschulden, gute Wachstumsperspektiven und idealerweise Rohstoffreichtum auszeichnen.
Länder, die in diesen Kategorien punkten können, sind spätestens seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise sehr gefragt. Dazu gehört Australien, das neben den genannten Aspekten durch seine wirtschaftliche Nähe zu China besonders attraktiv ist. Zu diesen Ländern gehört auch Kanada, das als einziges wesentliches Manko die starke Exportabhängigkeit von den USA aufweist. Wenn die USA wirtschaftliche Probleme haben, kommen Kanada und der Kanadische Dollar nicht gänzlich ungeschoren davon. Und schließlich genießt Norwegen international einen ausgezeichneten Ruf. Dank hoher Ölvorkommen sprudeln die Einnahmen, das Thema Staatsverschuldung kann Norwegen als neutraler Beobachter verfolgen.

Alle drei Währungen – Australischer Dollar, Kanadischer Dollar und Norwegische Krone – haben im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich an Wert zugelegt. Auf den erreichten Wechselkursniveaus sind ihre Vorteile gegenüber den momentan angeschlagenen Währungen weitgehend eingepreist. Dennoch bleiben sie als strategisches Investment interessant. Und die jüngste Kursentwicklung der Norwegischen Krone signalisiert aus technischer Sicht auch kurzfristig Aufwärtspotenzial. Die Krone hat die seit Jahresbeginn 2011 andauernde Seitwärtsbewegung beendet und hat in den vergangenen Wochen kräftig aufgewertet. Nimmt Norwegen nun die Position der Schweiz ein?

Für den risikobewussten Anleger, der an einer weiteren Aufwärtsbewegung der genannten Währungen partizipieren möchte, bieten sich Fremdwährungsanleihen von Emittenten erstklassiger Bonität an, um neben dem vorhandenen Wechselkursrisiko das Emittentenrisiko möglichst gering zu halten.
 

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