Börsen-Brief
Quo vadis Schwellenländer?
Quo vadis Schwellenländer? Dies dürfte neben dem Fortgang der Staatsschuldenkrise eine der interessantesten Fragestellungen 2012 sein. Schätzungen zufolge werden die Schwellenländer das Wirtschaftswachstum betreffend keinen starken Einbruch erleben. Während die Konjunktur in allen Schwellenländern Anfang 2012 zunächst abklingen wird, dürfte sie ab Mitte des Jahres wieder stärker zulegen. Auch die Inflation hat in fast allen Ländern bereits ihren Höhepunkt hinter sich. Für 2012 ist mit einem Nachlassen des Preisdrucks zu rechnen, was den Zentralbanken die Möglichkeit gibt, die Konjunktur zu beleben. Die Hoffnungen der globalen Konjunktur stützen sich dabei vor allem auf China und Indien. Mit starken Wachstumsraten und reicher werdenden Endverbrauchern geben diese beiden Länder derzeit den Takt für das globale Wachstum vor.
In China wird der Konsument die nächste Welle des Wachstums tragen. Schon aufgrund der immensen Anzahl an potenziellen Konsumenten wird der Binnenmarkt immer wichtiger. Mit steigenden Gehältern und verbesserter sozialer Sicherung können sich die Haushalte auch mehr Konsum leisten.
Indien ist hingegen mit einer binnenmarktorientierten Wirtschaft, einem heimisch finanzierten Haushaltsdefizit sowie einem gesunden Bankensystem gut von den Turbulenzen in der Euro-Zone abgeschirmt. Allerdings plagen Indien die hohe Staatsverschuldung und eine hohe Inflation. Mit dem erklärten Ziel, notfalls Wirtschaftswachstum der Inflationsbekämpfung zu opfern, nimmt sich die Zentralbank die Möglichkeit, mit Zinssenkungen auf externe Einflüsse zu reagieren. Indien wird 2012 nach einem Plus von 7,5 % in 2011 ein vergleichbares Wirtschaftswachstum aufweisen, damit aber hinter China zurückbleiben.
Asien insgesamt wird 2012 wieder einmal die dynamischste Wirtschaftsregion unter den Schwellenländern stellen. Dazu werden unter anderem Länder wie Indonesien und Südkorea beitragen. In beiden Volkswirtschaften dürfte der Binnenmarkt ähnlich wie in China ein schwächeres Exportwachstum kompensieren können. Während in Indonesien die niedrige Inflation von erwarteten 3,5 % in 2012 der Zentralbank alle Möglichkeiten lässt, die Zinsen auch in diesem Jahr weiter zu senken, wird jene in Südkorea eine etwas höhere Inflation dulden, um das Wirtschaftswachstum bei etwa 4 % zu stabilisieren. Anderen Wachstumsmärkten machen die globale wirtschaftliche Abkühlung und/oder die Euro-Krise dagegen schwerer zu schaffen, so zum Beispiel Osteuropa. Eine geringere Güternachfrage aus einigen Ländern der Euro-Zone, die meist wichtigster Handelspartner sind, sowie die häufig fehlenden fiskal- und geldpolitischen Handlungsspielräume haben Bremswirkung.
Die Unruhen an den Finanzmärkten in 2011 sowie die schwächere Nachfrage aus China sind auch nicht spurlos an Lateinamerika vorübergegangen. Während in der Region Anfang 2010 die Zinsen am aggressivsten angehoben wurden, nimmt nun die globale Abkühlung den Druck aus den Preisen, und so gewinnen die Zentralbanken Spielräume für einen neuen Zinssenkungszyklus. Die bessere Haushaltssituation sollte zudem auch fiskalische Unterstützung zur Abschirmung der Volkswirtschaften Lateinamerikas vor der globalen Abkühlung ermöglichen.
Insgesamt bieten Schwellenländeraktien aufgrund der Aussicht auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum in den meisten Regionen derzeit eine interessante Anlagemöglichkeit. Die aktuellen Bewertungsniveaus sind allerdings nicht homogen, spiegeln aber im Durchschnitt die oftmals guten Perspektiven nicht ausreichend wider. Langfristig orientierte risikobereite Investoren sollten Schwellenländer im Blick behalten. Eine Risikodiversifizierung zum Beispiel über den Erwerb von aktiv gemanagten Investmentfonds oder Indexfonds ist anzuraten.
Gern stehen wir Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung.
André Enders (040) 350 60-379
Florian Schirmer (040) 350 60-8035
Neuer Jungfernstieg 20
20354 Hamburg
Dieses Dokument können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen.
Wichtige Hinweise: Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung. Es stellt keine Finanzanalyse im Sinne des § 34b WpHG, keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf von Finanzinstrumenten dar. Dieses Dokument ersetzt keine rechtliche, steuerliche und finanzielle Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen Aussagen basieren auf allgemein zugänglichen Quellen Dritter und berücksichtigen den Stand bis zum Tag vor der Veröffentlichung. Nachträglich eintretende Änderungen sind nicht berücksichtigt.

