Berenberg in der nationalen und internationalen Presse

Berenberg-Chefvolkswirt Schmieding „Prognostiker des Jahres“

Hamburg. Die wirtschaftliche Entwicklung in einem turbulenten Jahr wie 2016 vorherzusagen war keine leichte Aufgabe. Kein deutscher Ökonom löste das besser als Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg.

Der Berenberg-Chefvolkswirt veranschlagte für 2016 nicht nur den richtigen Gesamtanstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Er rechnete auch früh damit, dass die zusätzlichen Staatsausgaben für Flüchtlinge die Konjunktur in 2016 spürbar stützen würden. Der Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage wäre sonst um bis zu einen halben Prozentpunkt niedriger ausgefallen. Das Plus beim Konsum setzte der Ökonom vor einem Jahr bei 1,8 Prozent an. 

Gut steht Schmieding auch mit seiner Prognose eines nur verhaltenen Zuwachses der Ausfuhren da. Der Absatzausfall durch das langsamere Wachstum in China sowie Krisen in den Schwellenländern würden nur teils durch die Konjunktur und Nachfrage, etwa in Europa, aufgefangen. Schmieding zählte auch zu den Wenigen, die trotz rekordniedriger Zinsen zweifelten, ob die Firmen in Deutschland so viel mehr in ihre Ausrüstungen investieren würden. Auch deshalb hält er es für richtig, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins vorerst bei Null hält. Gerade weil die Investitionen noch so schwach sind. 

Das renommierte Ranking wird seit 2002 vom Portal „Wirtschaftswunder“ in Kooperation mit der „Süddeutschen Zeitung“ (seit 2013) durchgeführt und umfasst mehr als 50 Prognosen von Forschungsinstituten, Banken und Organisationen sowie von der Regierung und der Bundesbank. Holger Schmieding konnte bereits 2011 den Titel „Prognostiker des Jahres“ erringen. 

Was bringt das Jahr 2017?

Nach einem Jahr voller Überraschungen müssen wir uns auch für 2017 auf viele Unwägbarkeiten einstellen. Mit Donald Trump droht uns jetzt die Rückkehr zum normalen Auf und Ab der Konjunktur. Offenbar wird der US-Kongress ihm ein umfangreiches Fiskalprogramm genehmigen.

Ausgehend von den USA zeichnet sich für die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren insgesamt eine etwas lebhaftere Konjunktur ab. Über bessere Ausfuhrchancen bekommen auch wir in Europa ein wenig davon ab. Für die Eurozone erwarten wir ein stetiges und breit abgestütztes Wachstum.

In China schwächt sich der Wachstumstrend langsam ab. Noch verfügt das Land allerdings über genügend Möglichkeiten, eine harte Landung zu vermeiden. Für andere Schwellenländer in Asien und Lateinamerika ist der Ausblick dagegen durchwachsen. 

Der Aufschwung bringt viele Chancen mit sich. Leider drohen uns 2017 auch außergewöhnliche Risiken, die sich aus dem Aufstieg populistischer Strömungen auf beiden Seiten des Atlantiks ergeben. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China könnte die Welthandelsordnung erschüttern. In Europa hat die Gefahr zugenommen, dass Gegner des Euro in Italien oder sogar Frankreich an die Macht kommen könnten. Auch wenn dies unwahrscheinlich bleibt, können wir es nicht ganz ausschließen.

Der Finanzmarkt freut sich zu Recht auf einen US-getriebenen Stimulus. Sofern die politischen Großrisiken nicht eintreten, überwiegen die Chancen auf höhere Kurse an den Aktienmärkten. An den Anleihemärkten können die Renditen ihre Talsohle verlassen. Drei Zinsschritte der US-Fed in 2017 und ein geringeres Volumen der Anleihekäufe der EZB werden voraussichtlich dazu beitragen. Allerdings müssen wir die politischen Risiken im Auge behalten.

Leiter Unternehmens-Kommunikation

Karsten Wehmeier
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