Berenberg in der nationalen und internationalen Presse

Berenberg/HWWI-Studie: Investieren in Afrika?

Anleger entdecken den afrikanischen Kontinent, doch Wagemut ist gefragt

Hamburg. Seit der Jahrtausendwende hat sich die wirt­schaft­liche Situation in Afrika verbessert, allerdings entwickeln sich die einzelnen Staaten sehr unterschied­lich. Unter dem Strich ist eine deutliche Reformdynamik zu erkennen, die Business-Indikatoren verbessern sich – so das Ergebnis der gemeinsam von der Berenberg Bank und dem Hamburgischen Welt­Wirtschafts­Institut HWWI erstellten Studie „Strategie 2030 – Afrika“.

In weiten Teilen der Öffentlichkeit aber auch unter Investo­ren wird Afrika wenig differenziert gesehen. Ein Kontinent von knapp einer Milliarde Menschen, 53 Nationalstaaten und mehr als 1.000 Sprachen wird die Bürde einer post-kolonialen Vergangenheit nur schwer los. Zwar liegen noch immer 33 der 49 ärmsten Staaten in Afrika. „In den vergangenen 20 Jahren hat sich aber vieles zum Besseren gewendet“, sagt Dr. Jörn Quitzau, Volkswirt der Berenberg Bank. Prof. Dr. Michael Bräuninger vom HWWI ergänzt: „Wenngleich sich die Ausländischen Direktinvestitionen auf einige wenige Zielländer verteilen, kann man sagen, dass Investoren den Kontinent entdeckt haben. Die geringe regionale Vernetzung über die Ländergrenzen hinweg hat die bisherige Entwicklung zwar gebremst, hier ist künftig jedoch großes Potential zu sehen.“

Insgesamt zählt der afrikanische Wirtschaftsraum mittlerweile nach Südostasien zur zweitdynamischsten Region der Welt. „Am erfolgreichsten, vor allem in der Anziehung ausländi­schen Investitionskapitals, zeigten sich Angola, Botsuana, Ghana, Kenia, Marokko, Nigeria, Ruanda und Südafrika“, so Quitzau. „Daraus ergeben sich für ausgewählte Branchen in diesen Ländern vielversprechende Anlagemöglich­keiten insbe­son­dere in den Bereichen Banken, Bau/Infrastruktur, Rohstoffe/Öl/Gas, Telekommuni­kation und Tourismus.“

Die derzeit noch vergleichsweise eingeschränkte Liquidität vieler afrikanischer Börsenplätze benötige eine besondere Sorgfalt bei der Auswahl der in Frage kommenden Investmentvehikel. Es ist klar: „Afrika-Anlagen erfordern Geduld und ein stabiles Nervenkostüm. Wagemut ist gefragt!“

Afrika aus Investorensicht:  Aufregende Anlage – Opportunität oder verfehlte Euphorie?

Afrika befindet sich in puncto Wachstum, Stand der Regierungsinstitutionen, makroökonomischer Stabilität sowie Bildung und Gesundheit in einer vergleichbaren Situation wie Südostasien vor 25 bis 30 Jahren. Die dortige Entwicklung scheint auch für Afrika plausibel und zeigt den Investoren die typischen Chancen und Risiken auf, die ein Engagement mit langfristig überdurchschnittlichem Renditepotenzial mit sich bringt. Aber: Afrika verdankt den Großteil seines bisherigen Wachs­tums nicht der Bildung einer wachsenden Mittelschicht, sondern fast ausschließlich den boomenden Rohstoffmärkten, die die Staatskassen einiger weniger Öl und Gas exportierender Staaten gefüllt haben.

Es gibt aber auch vermehrt Anzeichen, dass die Investoren schon längst verstärkt über Rohstoffe hinaus denken. Das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum in Afrika lässt längerfristig einen riesigen Markt entstehen. Im Jahr 2050, so wird geschätzt, werden auf dem ganzen Kontinent bis zu zwei Mrd. Menschen leben. Zudem entsteht schon heute eine kleine, aber wachsende Mittelschicht, die konsumieren will.

Investitionsmöglichkeiten

Privatanleger, die trotz aller Unwägbarkeiten – oder gerade deshalb – langfristig vom Potenzial Afrikas überzeugt sind, haben eine eng begrenzte Auswahl an Investitionsmöglich­keiten. Die Liquidität an Afrikas Börsen ist sehr gering und ein Kauf von Aktien würde hohe Gebühren mit sich bringen. Dafür steigt die Zahl breit streuender Afrika-Fonds, in die auch mit kleineren Summen investiert werden kann. Zertifikate fokussieren sich manchmal etwas stärker auf einzelne Regio­nen und sind deshalb auch etwas riskanter. Hinzu kommt das nicht zu vernachlässigende Emittenten­risiko.

Die einzige Möglichkeit, die Risiken mit einem direkten Investment in dieser Region zu handhaben, heißt Diversifikation. Eine Geldanlage in Afrika sollte deshalb ohnehin nur eine Beimischung im Depot sein. Neben dem Risiko sind allerdings auch die Gewinnchancen längerfristig hoch.

Die Studie „Strategie 2030 – Afrika“ ist der 11. Band einer Studienreihe mit dem Titel „Strategie 2030 – Vermögen und Leben in der nächsten Generation“. Berenberg Bank und HWWI widmen sich darin langfristig orientierten volkswirtschaftlichen Fragestellun­gen. Die Studie steht zum Download unter www.berenberg.de/publikationen zur Verfügung.

En Pdf der Pressemitteilung finden Sie hier.

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