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HWWI/Berenberg-Städteranking: München schlägt Dauersieger Frankfurt

Hamburg/Frankfurt. München ist Sieger im HWWI/Berenberg-Städteranking 2015. Der stets Zweitplatzierte löst Dauersieger Frankfurt ab, der auf Platz vier rutscht. Berlin setzt seine Aufholjagd der vergangenen Jahre fort und schiebt sich auf den zweiten Platz. Aufsteiger Leipzig holt als einzige ostdeutsche Stadt weiter auf und klettert von Platz 12 auf Platz 3. Chemnitz bleibt dagegen das Schlusslicht in punkto Zukunftsaussichten. Bereits zum vierten Mal haben das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut HWWI und Berenberg die 30 größten Städte Deutschlands auf ihre Zukunftsfähigkeit untersucht. „Die dynamische Entwicklung der Großstädte ist von großer Bedeutung, denn ihnen fällt die Rolle des Wachstumstreibers für ganze Regionen zu“, sagt Dr. Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Berenberg.
  • Berlin setzt mit Platz 2 seine Aufholjagd fort 
  • Leipzig mit Platz 3 größter Aufsteiger  
  • Frankfurt rutscht auf Platz 4 ab
  • Chemnitz bleibt Schlusslicht

Die Bedeutung der Städte als Lebens- und Wirtschaftsraum nimmt weiter zu. „Ihre Entwicklung ist maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland“, erläutert Peters. „Gute Zukunftsaussichten und Entwicklungsperspektiven haben Städte, die innovativen und wissensintensiven Branchen sowie hochqualifizierten Arbeitskräften hervorragende Standortbedingungen bieten und denen es gelingt, die Auswirkungen des demografischen Wandels zu minimieren.“ 
Untersucht wurden die Städte hinsichtlich ihrer gegenwärtigen ökonomischen Leistungsfähigkeit, ihrer zukünftigen demografischen Entwicklungstendenzen sowie wesentlicher Standortfaktoren wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit (Trend-, Demografie-, und Standortindex). Dabei beeinflussen sich ökonomische und demografische Entwicklungen sowie Standortfaktoren gegenseitig. So bilden Städte an ihren Hochschulen hochqualifizierte Arbeitskräfte aus, auf die Unternehmen wissensintensiver Branchen angewiesen sind. Ansiedlungen solcher Unternehmen führen dann zum Zuzug weiterer gut ausgebildeter Fachkräfte. „Da hochqualifizierte Arbeitskräfte zum entscheidenden Engpassfaktor im Kampf um die Ansiedlung wissensintensiver Unternehmen werden können, ist die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt zunehmend davon abhängig, wie sich Städte bei dieser Beschäftigtengruppe gegenüber der Konkurrenz positionieren“, sagt HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel. 

Das Ranking

München, das sich in den bisherigen Rankings mit dem zweiten Platz begnügen musste, steht 2015 unangefochten an der Spitze der 30 betrachteten Städte. Die bayerische Landeshauptstadt schneidet vor allem bei den Standortfaktoren, aber auch bei der Bevölkerungs- und Erwerbstätigenentwicklung sehr gut ab. „München hat weite Teile des Strukturwandels hin zu wissensintensiven Dienstleistungsbranchen und forschungsintensiver Industrien bereits vollzogen und gehört zu den herausragenden Wissensmetropolen“, sagt Vöpel. Bereits jeder zweite Beschäftigte (48,9%) arbeitet in einem wissensintensiven Wirtschaftszweig. Mit 28,5% ist der Anteil der Arbeitnehmer mit Fach- und Hochschulabschluss so hoch wie in keiner anderen Stadt. München punktet auch als internationale Stadt: Der Anteil ausländischer Beschäftigter ist mit 17,8% am höchsten. Dabei stieg die Erwerbstätigkeit in der Bayernmetropole im Zeitraum von 2008 bis 2012 mit 6,5% am zweitstärksten an. „Die Zukunftsaussichten Münchens sind nicht zuletzt aufgrund der hohen Wissenskapazitäten und des erstklassigen Fachkräfteangebots in der Region positiv zu bewerten“, erläutert Peters. Lediglich bei dem Ausbildungsstand der Schulabgänger muss die bayerische Landeshauptstadt noch nachbessern. Bei den Schulabgängern mit Hochschulreife und auch bei den Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss erzielt München nur einen Platz im letzten Drittel.

Berlin setzte seine Aufholjagd der vergangenen Jahre fort. Nach Rang 24 in 2008, Rang 8 in 2010 und Rang 5 in 2013 konnte sich die Hauptstadt dieses Jahr auf Platz 2 schieben. Ursachen sind weiterhin die hohe Dynamik in der Bevölkerungs- und Erwerbstätigenentwicklung Mit einem Plus von 7,3% (2008-2012) bei der Erwerbstätigkeit steht die Metropole an der Spree hier an der Spitze aller 30 Städte. „Der Wachstumsmotor Berlin läuft. Gute Standortfaktoren, insbesondere die Internationalität und Erreichbarkeit, tragen zur Entwicklung bei. „Es ist auch in Zukunft damit zu rechnen, dass Berlin sich unter den Top-Städten wiederfinden wird“, sagt Vöpel. 

Wie Berlin hat sich auch Leipzig innerhalb weniger Jahre nach vorn gekämpft. Ihren dritten Platz hat die sächsische Stadt vor allem ihrer dynamischen Bevölkerungsentwicklung (4,2% zwischen 2011 und 2013) sowie ihrer hohen Zuwächse bei Erwerbstätigen (+5,92%) und in der Produktivität zu verdanken. „Ostdeutsche Städte wie Leipzig holen weiter auf und haben gute Zukunftsaussichten“, sagt Vöpel. Allein bei den unter 20-Jährigen werden bei der sächsischen Metropole die höchsten Wachstumsraten zwischen 2012 und 2030 prognostiziert (18,9%). Allerdings muss Leipzig noch daran arbeiten, sich internationaler aufzustellen und den Ausbildungsstand der Schulabgänger zu verbessern. 

Frankfurt am Main, das aus allen drei vorangegangenen HWWI/Berenberg-Städterankings als Sieger hervorging, verliert in diesem Jahr drei Plätze und landet auf Platz vier. Mit sehr positiven Standortausprägungen insbesondere in den Bereichen Internationalität, Erreichbarkeit sowie Bildung & Innovation, führt die Mainmetropole weiterhin den Standortindex an. Allerdings genügte das nicht, um die Ränge sechs und zwölf im Trend- und Demografieindex aufzuwiegen. So erreichte die Finanzmetropole nur Rang 15 bei der Erwerbstätigenentwicklung und Rang 24 bei der Entwicklung der Produktivität. Auch bei der prognostizierten Entwicklung der Bevölkerung und der Erwerbstätigkeit liegt Frankfurt nur im Mittelfeld. 

Bonn, das im letzten Ranking noch Rang drei einnahm, verlor in der Gesamtbewertung sechs Plätze. Die Ursache hierfür liegt insbesondere in der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in der früheren Hauptstadt. Sie entwickelte sich nicht so dynamisch wie in den anderen Topstädten, sodass Bonn im Trendindex stark abrutschte. 

Gute Zukunftsperspektiven eröffnen sich auch für StuttgartKöln und Hamburg. Diese drei Städte sowie Aachen und Hannover offenbaren im Ranking keine offensichtlichen Schwächen, da sie in allen drei Teilindizes Trend, Standort und Demografie unter den Top 15 zu finden sind. Am Ende des Feldes nimmt Chemnitz das vierte Mal in Folge die Schlussposition im HWWI/Berenberg-Städteranking ein. In keinem der drei Teilindizes konnte die sächsische Stadt ein besseres Ergebnis als Rang 28 erzielen. Kiel folgt mit Abstand auf dem vorletzten Platz. Die Stadt verlor sechs Plätze aufgrund von Defiziten in der Beschäftigungs- und Produktivitätsentwicklung. Auch bei den Städten Gelsenkirchen, und Bochum ist im Zeitverlauf kein Aufwärtstrend erkennbar. „Die Entwicklungspfade von Städten, die am Ende des Ranking stehen, werden zunehmend vom Bevölkerungsrückgang und den damit verbundenen Verlusten an Arbeitsplätzen dominiert. Der Abstand dieser schrumpfenden Städte zu den wachsenden, sich erfolgreich entwickelnden Städten vergrößert sich zunehmend“, resümiert Peters.

Schlaglichter:

Einwohnerzahl: Berlin ist mit 3,4 Mio. Einwohnern die größte Stadt, Kiel, Aachen und Chemnitz sind mit etwa 242.000 Einwohnern die kleinsten Städte im Ranking.

Lage: Lediglich vier der größten Städte, die im Städteranking untersucht wurden, liegen in Ostdeutschland, während allein in Nordrhein-Westfalen 13 Städte vertreten sind. 

Bevölkerungswachstum: Die größten Anstiege (2011-2013) verzeichneten Berlin (95.827), München (42.916) Hamburg (28.155) und Köln (20.510). Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen sind die einzigen Städte, deren Einwohnerzahl leicht sank.

Bevölkerungsdichte: In München wohnen mit 4.531 Einwohnern pro Quadratkilometer viereinhalb so viele Menschen auf einem Quadratkilometer als in Münster (989).

Die Wertung

Für alle untersuchten Städte wurden 17 Einzelindikatoren in drei Teilindizes berücksichtigt. Die drei Indizes fließen zu gleichen Teilen in das Gesamtranking ein: 

Der Trendindex untersucht Veränderungen in der ökonomischen Leistungsfähigkeit der jüngsten Vergangenheit. Er bewertet die Dynamik der aktuellen Entwicklungen in Bevölkerungszahl, Erwerbstätigkeit und Produktivität.

Der Demografieindex beinhaltet Faktoren, die die demografischen Entwicklungstendenzen bis zum Jahre 2030 abbilden, außerdem werden durchschnittliche Fertilitätsraten berücksichtigt.

Der Standortindex berücksichtigt die Standortfaktoren Bildung und Innovationsfähigkeit, Internationalität und Erreichbarkeit. 

Leiter Unternehmens-Kommunikation

Karsten Wehmeier
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