21.01.2019 — Wöchentlicher Makroausblick Januar 2019

BREXIT
Heute (21. Januar) stellt Premierministerin May dem britischen Parlament ihren „Plan B“ vor. Über diesen wird dann am kommenden Dienstag (29.1.) abgestimmt. Wir haben die Wahrscheinlichkeit, dass Theresa May einen Brexit-Deal durchsetzen kann, zuletzt jedoch auf 10 % gesenkt. Der Grund dafür ist vor allem das klare Scheitern ihres ersten Vorschlags am vergangenen Dienstag (15.1.). Mit 202 Stimmen dafür und 432 Stimmen dagegen war Mays erster Deal eindeutig abgelehnt worden. Aufgrund dieser klaren Niederlage Mays verlangte Labour-Chef Corbyn ein Misstrauensvotum gegen die Regierung. Dieses konnte die Regierung am Mittwoch überstehen, zu vorgezogenen Neuwahlen kommt es vorerst nicht. Es bleibt abzuwarten, wie es nach einer – zu erwartenden – Ablehnung von Mays Deal am 29. Januar weitergehen wird. Wird May im Parlament über verschiedene Brexit-Alternativen abstimmen lassen, um eine mögliche Mehrheit „herauszufiltern“? Kommt es zu einer Verlängerung der (Artikel 50-) Frist, d.h. über den 29. März hinaus? Bei all der Unsicherheit sehen wir das Risiko eines „harten“ Brexits bei etwa 20 %. Wahrscheinlich erscheinen uns nach dem Scheitern von Mays erstem Deal ein „halbweicher“ Brexit, d.h. Zollunion sowie Binnenmarkt für Güter (25 %) oder ein „weicher“ Brexit, d. h. Zollunion und EU-Binnenmarkt (20 %). Immer noch möglich ist aber auch, dass  Großbritannien die EU gar nicht verlässt. Die Wahrscheinlichkeit dafür sehen wir bei 25 %.