17.04.2018 — Währung aktuell - April 2018

WÄHRUNG AKTUELL – APRIL 2018
Im Gegensatz zu den anderen Finanzmarktsegmenten hat sich der Devisenmarkt von der Angst vor einem möglich-erweise bevorstehenden Handelskrieg nicht anstecken lassen. Die Wechselkurse der wichtigen Währungen bewegten sich in den vergangenen Wochen im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten. Gegenüber der amerikanischen Währung schwankt der Eurokurs seit über drei Monaten seitwärts um die Marke von 1,23 US-Dollar je Euro. Der als sicherer Hafen bekannte Schweizer Franken gibt gegenüber dem Euro seit Anfang März wieder spürbar nach. Von übermäßiger Unruhe oder gar Hektik fehlt bei den Währungen also bisher jede Spur.

Damit entspricht die Lage am Devisenmarkt ungefähr der Einschätzung, die aus den jüngst veröffentlichten Protokollen zu den letzten Zentralbanksitzungen von EZB und Fed hervorgeht: Sorgen vor einer Ausweitung der Handelsstreitigkeiten ja, größere realwirtschaftliche Folgen vorerst nicht. Sollte sich der Streit weiter zuspitzen und sollten die Handelsaktivitäten dadurch auch materiell beeinträchtigt werden, drohen weniger Wachstum, höhere Preise und Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern. Verunsicherung ist bereits jetzt eingetreten, sie wird den konjunkturellen Schwung vorerst etwas bremsen. Da ein echter Handelskrieg – auch aus Sicht der Notenbanken – wenig wahrscheinlich ist, dürfte die konjunkturelle Dynamik im Laufe des Jahres wieder etwas zulegen. Für die Notenbanken würde dies bedeuten, dass der Handelskonflikt keine Abkehr von der bisherigen Strategie erforderlich macht.

Aus fundamentaler Sicht dürften die Kurse vorerst weiter seitwärts schwanken – mit etwas Kurspotential für den Euro im weiteren Jahresverlauf. Zu beobachten bleibt neben der Handelspolitik auch der Syrien-Konflikt. Obwohl die Wechselkurse auch auf die militärische Intervention am vergangenen Freitag kaum reagiert haben, könnte eine Eskalation die sicheren Währungshäfen profitieren lassen.