03.06.2019 — Währung aktuell - Juni 2019

WÄHRUNG AKTUELL - JUNI 2019
EUR/USD: Der Euro bleibt gegenüber dem US-Dollar anhaltend schwach. Die Hauptgründe sind dabei seit Monaten unverändert: Das Brexit-Risiko und die Handelskonflikte belasten die europäische Wirtschaft stärker als die US-Konjunktur. Entsprechend sieht es bei den Wechselkursen aus: Der Euro steht unter Druck, während der Dollar auch auf handelsgewichteter Basis weiter zulegen kann. Das eingetrübte Börsenumfeld trägt aktuell noch einen Teil dazu bei. Für eine Trendwende müssen zunächst die politischen Risiken verschwinden.
EUR/GBP: Anfang Mai gab es für einen Euro lediglich 0,85 Pfund, aktuell sind es gut 0,88 Pfund. Die britische Währung ist also unter Druck. Der Wertverlust spiegelt die veränderte Gemengelage wider, die sich nicht zuletzt aus der Europawahl mit einem sehr starken Ergebnis der Brexit-Partei von Nigel Farage ergibt. Die Wahrscheinlich-keit für einen weichen oder halb-weichen Brexit sinkt, die Extremlösungen werden wahrscheinlicher: Wir sehen das Risiko für einen harten Brexit inzwischen bei 35 % (zuvor 25 %), die Möglichkeit des „No Brexit“ ist von 20 auf 25 % gestiegen. Zudem ist die Gefahr, dass letztlich der linksgerichtete Jeremy Corbyn Premierminister wird, gestiegen. Die Aussichten sind damit erneut außerordentlich unsicher. Sollte es zum harten Brexit kommen, ist ein kräftiger Kursrutsch wahrscheinlich – dem Pfund würde dann zum Euro die Parität drohen.
Bitcoin: Im ersten Quartal 2019 bewegte sich der Kurs in der Spanne zwischen 3 300 und 4 000 US-Dollar, für Bitcoin-Verhältnisse ist das ungewöhnlich stabil. Anfang April und vor allem im Mai begab sich der Bitcoin-Preis erneut auf Höhenflug, in der Spitze ging es kurzzeitig bis über 9 000 US-Dollar. Die Erklärungsversuche für das Comeback der Kryptowährung sind wie immer vielfältig: Verbesserte Regulierung, der Einstieg institutioneller Investoren, Gerüchte über die verbesserte Akzeptanz als Zahlungsmittel, die Absicherung gegen Handelskriege und Börsenturbulenzen. Auch die Sorge der „Anlage-Trittbrettfahrer“, den nächsten großen Kursaufschwung zu verpassen, wird erneut als Erklärung für die starke Nachfrage nach Bitcoin herumgereicht. Eine seriöse Prognose für die weitere Kursentwicklung ist nach dem jüngsten Anstieg kaum möglich.