23.05.2018 — Währung aktuell - Mai 2018

Nach einer dreimonatigen Seitwärtsbewegung hat der Euro in den letzten vier Wochen deutlich gegenüber dem US-Dollar verloren und notiert aktuell rund fünf Cent schwächer als vor einem Monat. Ein Blick auf die handelsgewichteten Wechselkurse zeigt, dass sich der deutliche Verlust aus einer Kombination von Dollar-Stärke und Euro- Schwäche ergibt.

Die amerikanische Währung profitiert, weil der ohnehin schon beträchtliche Zinsvorteil gegenüber der Eurozone zuletzt noch größer geworden ist. Auch der geldpolitische Ausblick spricht für den Dollar. Zudem ist der Dollar immer dann attraktiv, wenn sich die geopolitischen Probleme zuspitzen. Mit Nordkorea, Syrien und dem Iran hat die Welt gerade mehrere Brennpunkte und die US-Währung wird bei zunehmenden Spannungen als sicherer Anlagehafen gesucht.

Die europäische Gemeinschaftswährung muss hingegen die etwas schwächeren Wirtschaftsdaten verkraften. Nachdem die Konjunktur im vergangenen Jahr zeitweilig geradezu überschäumte und den Wechselkurs überraschend schnell auf das Niveau bei 1,25 US-Dollar je Euro trieb, hat insbesondere der von Donald Trump losgetretene Handelskonflikt die Konjunktureuphorie etwas gebremst. Das hinter-ässt auch Spuren am Devisenmarkt. Zudem sorgt der politische Kurs in Italien für Nervosität unter den Investoren. Das Regierungsprogramm sieht eine Abkehr vom Sparkurs vor und selbst die Idee von einem Schuldenerlass für das hochverschuldete Land machte die Runde. Die Zinsen sowie die Preise für Kreditausfallversicherungen auf italienische Staatsanleihen sind folgerichtig spürbar gestiegen.

Die aktuelle Nachrichtenlage hat den Euro unter Druck gesetzt und mit dem Kursrücksetzer ist die 200-Tage-Linie Anfang Mai nach unten durchbrochen worden. Vorerst hat sich die Stimmung zugunsten des US-Dollars gedreht. Wir erwarten aber, dass sich der Eurokurs im weiteren Jahresverlauf wieder erholt. Die Konjunktur dürfte in der zweiten Jahreshälfte erneut zulegen und den Eurokurs damit unterstützen.