02.03.2018 — Währung aktuell - März 2018

 WÄHRUNG AKTUELL – MÄRZ 2018 
Der Devisenmarkt sucht nach Orientierung. Insbesondere für den US-Dollar testet der Markt vorsichtig, welche Richtung der Wechselkurs einschlägt. Die US-Währung war schwach in das neue Jahr gestartet, weil andere Währungsräume wie die Eurozone oder der Japanische Yen für die Marktakteure attraktiver wurden. Als US-Finanzminister Mnuchin dann noch ungewöhnlich offen äußerte, die Amerikaner würden sich an einem schwächeren Dollar nicht stören, gab die US-Währung noch weiter nach.
Die Dollar-Schwäche kam mit Blick auf die höheren US-Zinsen überraschend. Die Zinsen für amerikanische Staatsanleihen liegen seit Jahren deutlich über denen für Bundesanleihen (s. Abbildung rechts) und bei den Leitzinsen dürfte der Vorsprung noch weiter ausgebaut werden. Während die EZB den Leitzins von aktuell 0 % erst im kommenden Jahr anheben dürfte, erwartet der Markt von der amerikanischen Notenbank noch in diesem Jahr drei Zinsschritte (wir erwarten sogar vier Schritte auf dann 2,25-2,50 %).
Im Februar hat sich der Dollar stabilisiert und ist zuletzt kurzzeitig sogar auf ein 6-Wochen-Hoch gestiegen. Dabei spielte der Blick auf die US-Notenbank wieder eine wichtige Rolle: Der neue Präsident der Federal Reserve Bank, Jerome Powell, hat sich in dieser Woche zweimal öffentlich geäußert und damit dem Markt Munition für seine Neueinschätzung gegeben. Zunächst deutete der Markt Powells Äußerungen so, dass die Geldpolitik noch entschiedener als erwartet gestrafft werden könnte – der Dollar legte zu. Bei seinem zweiten Auftritt, einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats, sagte er, es gebe keine Anzeichen für ein Überhitzen der Wirtschaft – der Dollar gab daraufhin wieder leicht nach. Zusätzlich verunsichert das Thema Protektionismus, nachdem Präsident Trump Strafzölle auf Aluminium- und Stahlimporte angekündigt hat.
Wir erwarten, dass sich der Euro-Wechselkurs im Jahres-verlauf um den fairen Wert bei 1,25 US-Dollar je Euro bewegen wird. Vorübergehende Dollar-Stärkephasen (wie aktuell) sind dabei ebenso möglich wie ein temporäres Überschießen des Eurokurses.