Ein exklusiver Abend an Bord der „The Pioneer One“

Driving Decisions

Driving Decisions: Ein exklusiver Abend an Bord der „The Pioneer One“

Am 24. Juni 2026 lud Berenberg Berlin zu einem exklusiven Kundenevent auf das Medienschiff The Pioneer One ein. Unter dem Leitmotto „Driving Decisions“, stand der Abend ganz im Zeichen offener Gespräche über komplexe Vermögensfragen, unternehmerische Verantwortung und familiäre Nachfolgeregelungen.

Vor der malerischen Kulisse Berlins und bei bestem Sommerwetter teilten die renommierte Gründerin und Investorin Lea-Sophie Cramer sowie der renommierte Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Martin Kassebohm ihre persönlichen Erfahrungen und strategischen Einblicke mit den geladenen Gästen.

Key Takeaways für Vermögende

  • Effiziente Strukturierung: Eine frühzeitig aufgesetzte Holding-GmbH ermöglicht es, Gewinne mit einer geringen Effektivsteuer von ca. 1,5 % zu thesaurieren und für spätere Reinvestitionen im Unternehmen zu halten.
  • Strategische Asset Allocation: Die individuelle Risikotoleranz bestimmt die Aufteilung des Vermögens. Ein praxisnahes Beispiel bietet die Unternehmerin Lea-Sophie Cramer mit ihrer 80/20-Regel: Hierbei fließen 80 % des Kapitals in konservative, wertstabile Anlagen, während die verbleibenden 20 % gezielt für opportunistische Risiko-Wetten genutzt werden.
  • Strukturierte Nachfolgeplanung: Durch das frühzeitige Durchspielen eines sogenannten „Probesterbens“ lassen sich testamentarische sowie gesellschaftsrechtliche Strukturen rechtzeitig analysieren und anpassen, um im Ernstfall rechtliche und finanzielle Klarheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Die drei Phasen der Vermögensstrukturierung

Martin Kassebohm verdeutlichte in seinem Impulsvortrag, dass Vermögensaufbau und -sicherung kein statischer Prozess sind. Er unterteilte die unternehmerische Reise in drei wesentliche Phasen:

1. Aufbau- & Wachstumsphase

  • Laufende Ertragsbesteuerung und steuerliche Nutzbarmachung von Anfangsverlusten.
  • Wahl der passenden Rechtsform (z. B. GmbH & Co. KG zur Gewerbesteueranrechnung) und Etablierung einer Holding-Struktur.

2. Teil- & Vollexit-Phase

  • Hohe private Steuerlast bei der Realisierung von Gewinnen und Unternehmensverkäufen.
  • Verkauf der Anteile über die Holding, um den Erlös nahezu steuerfrei für neue Reinvestitionen zu sichern.

3. Nachfolgephase

  • Ungeplante Erbfolgen, Zerschlagung des Lebenswerks und extreme Steuerbelastungen.
  • Frühzeitige, strukturierte Schenkungen unter Vorbehalt von Kontroll- und Stimmrechten (z. B. Familiengesellschaften).

Lea-Sophie Cramers Erfolgsformel: Das 80/20-Prinzip

Die Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer nahm das Publikum mit auf ihre persönliche Reise – von den ersten, unbedarft unterschriebenen Mitarbeiteranteilen bei Groupon bis hin zum millionenschweren Exit. Sie plädierte für einen offenen und enttabuisierten Umgang mit Geld in Deutschland und reflektierte charmant über ihre eigenen Anfänge in der Finanzwelt:

  • Ich habe damals für 5 Euro die Anteile verkauft. Heute sind sie 15 wert. [...] Das hat mich das erste Mal gelehrt: Ach krass, was man da so unterschreibt, das ist echt Geld wert irgendwann.

    Lea-Sophie Cramer

Heute überlässt Cramer beim Vermögensaufbau nichts mehr dem Zufall und steuert ihre Finanzen nach einer klaren, dreiteiligen Strategie:

Die Holding als Schutzschild:

  • Alle Beteiligungen hängen unter einer zentralen GmbH.
  • Gewinne aus dem Amorelie-Exit wurden mit nur 1,5 % effektiv versteuert und direkt reinvestiert.

Das 80/20-Sicherheitsmodell:

  • Striktes Risikomanagement durch Aufteilung des Kapitals.
  • 80 % fließen konservativ in Immobilien, ETFs und PE-Fonds; 20 % fließen in hochriskante, eigene unternehmerische Wetten.

Der „Bewahrer-Effekt“:

  • Delegation der ungeliebten Detailarbeit an Profis.
  • Eine fest angestellte Family Officerin fungiert als rationales, risikoaverses Gegengewicht und optimiert. 

Lea-Sophie Cramer, was braucht es, damit mehr Menschen Verantwortung für ihr Vermögen übernehmen?

Häufige Fallstricke bei der Vermögensnachfolge

Im gemeinsamen Panel-Talk warnten die Experten eindringlich vor klassischen Fehlern, die im Ernstfall das über Jahrzehnte aufgebaute Lebenswerk gefährden können.

Ein besonders weit verbreitetes Risiko ist das klassische „Berliner Testament“. Hierbei setzen sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerben ein, während die Kinder erst im zweiten Schritt erben. Was gut gemeint ist, entpuppt sich steuerlich oft als Fiasko: Es führt zu einer doppelten Erbschaftssteuer-Belastung desselben Vermögens. Experten raten stattdessen zu modernen, dynamischen Nachfolgemodellen, bei denen die gesetzlichen Schenkungs-Freibeträge alle zehn Jahre strategisch ausgeschöpft werden. Geraten wird vor allem aber zu möglichst frühzeitig steueroptimiertem Handeln -  mit  Vermögensübertragungen unter Nießbrauchvorbehalt zur weiteren eigenen wirtschaftlichen Absicherung bei entsprechenden Widerrufsvorbehalten.

Große Vorsicht ist auch bei Patchwork-Familien und unverheirateten Partnern geboten. Tritt hier ein plötzlicher Todesfall ein, greift für den Lebensgefährten, soweit er testamentarisch bedacht ist, die ungünstige Steuerklasse III. Das bedeutet eine Steuerlast von  50 % ab einem Vermögen von 6 Millionen Euro – bei gleichzeitig minimalen Freibeträgen von nur 20.000 Euro. Die Lösung liegt insbesondere hier in der frühzeitigen Einbindung des Vermögens in Gesellschaftsstrukturen (wie Familienpools), um den Partner umfassend abzusichern und das Kapital steuerlich zu schützen.

Der wohl folgenschwerste Fehler bleibt jedoch mangelndes professionelles Sparring. Viele Vermögensinhaber verlassen sich auf Ratschläge aus dem Freundeskreis oder auf den langjährigen Haus-Steuerberater, dem es an Spezialwissen für komplexe Vermögensarchitekturen fehlt. Für eine rechtssichere Strukturierung ist ein koordiniertes Experten-Netzwerk unerlässlich. Bank, spezialisierte Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare müssen von Anfang an an einem Tisch sitzen, um eine nahtlose und ganzheitliche Lösung zu garantieren.

  • Bloß weil ich mein Testament mache, muss ich ja nicht sterben. Nur weil ich eine Feuerversicherung habe, will ich ja nicht abbrennen. Aber ich habe die Dinge für mich geklärt.

    Martin Kassebohm

Ein Abend des Vertrauens

Carolin Lukas schloss die Diskussion mit dem Appell, Vermögensplanung nicht nur als rationale, sondern auch als zutiefst emotionale Angelegenheit zu begreifen. Erfolgreiches Wealth Management basiere auf einer engen Vertrauensbasis zwischen Kunden, Beratern und Spezialisten. Der inspirierende Austausch wurde im Anschluss bei bestem Sommerwetter auf dem Oberdeck der The Pioneer One fortgesetzt.