Passive Anlagen verändern Marktstruktur und Marktverhalten

Prof. Dr. Bernd Meyer und Ulrich Urbahn, CFA, beleuchten welche Auswirkungen das zunehmende passive Investieren auf die Marktstruktur und das Marktverhalten hat. Sie sind der Meinung, dass aktive Anleger ETFs insbesondere für taktische Positionen oder in effizienten Märkten einsetzen sollten. Anleger sollten sich zudem der Chancen und Risiken von passiven Kapitalflüssen bewusst sein und sich dieses Wissen zunutze machen.

Die Bedeutung von passiven Anlagen wächst immer weiter. Sie ermöglichen es Investoren, schnell, kostengünstig und vermeintlich ohne Nachteil in verschiedene Anlageklassen und Regionen zu investieren, sogar wenn die zugrundeliegenden Wertpapiere wenig liquide sind. Ihre steigende Bedeutung hinterlässt jedoch Spuren im Verhalten des Gesamtmarktes und bei Einzeltiteln. Passive Anlagen sind einer der Treiber der sich kontinuierlich verändernden Marktstruktur. Wir beleuchten mit einem Fokus auf Aktien die wesentlichen Implikationen passiven Investierens, über die sich Anleger bewusst sein müssen. Viele Befunde gelten aber auch für Anleihenmärkte. Für aktive Anleger ergeben sich aufgrund dieser Entwicklung Chancen.

Für viele Anleger bedeutet der Einstieg in den Kapitalmarkt nicht mehr attraktive Wertpapiere selbst auszuwählen oder einen aktiven Portfoliomanager zu engagieren, der die Selektion übernimmt. Es bedeutet vielmehr, Geld in einen passiven Indexfonds oder ETF (Exchange Traded Funds) zu investieren. Dies zeigen die Kapitalflüsse. Laut dem Investment Company Institute (ICI) flossen seit 2010 ca. 50 Milliarden US-Dollar aus aktiven in den USA ansässigen Fonds ab, während knapp 3 Billionen US-Dollar in US-ETFs flossen. Insbesondere in den letzten Jahren verzeichneten passive Produkte Zuflüsse, aktive Fonds hingegen Abflüsse. Seit Jahresbeginn sahen zwar auch aktive Aktienfonds Zuflüsse, die Zuflüsse inETFs waren aber mehr als dreimal so groß.

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Autoren

Prof Dr Bernd Meyer
Prof. Dr. Bernd Meyer

Prof. Dr. Bernd Meyer ist seit Oktober 2017 Chefanlagestratege bei Berenberg und dort im Wealth and Asset Management für die diskretionären Multi-Asset-Strategien sowie die Vermögensverwaltungsmandate zuständig. Herr Meyer war zunächst Leiter der Europäischen Aktienstrategie bei der Deutschen Bank in Frankfurt und London und baute ab 2010 als Bereichsleiter das globale Cross Asset Strategy Research bei der Commerzbank auf. Prof. Dr. Meyer wurde mehrfach ausgezeichnet. So rangierte er mit seinem Team beim renommierten Extel Survey in den Jahren 2013 bis 2017 jeweils unter den besten drei Multi Asset Research Teams weltweit. Prof. Dr. Meyer ist DVFA Investment Analyst, CFA-Charterholder und Gastdozent für „Empirische Kapitalmarktforschung“ an der Universität Trier. Er hat zahlreiche Artikel und zwei Bücher veröffentlicht sowie drei wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten.

Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset
Telefon +49 69 91 30 90-225
Urbahn Ulrich
Ulrich Urbahn

Ulrich Urbahn ist seit Oktober 2017 für Berenberg tätig und Portfolio Manager des flexiblen Multi-Asset-Fonds Berenberg Variato. Neben der Generierung von Investmentideen liegt sein Fokus auf der Kapitalmarktkommunikation. Nach seinem Doppeldiplom in Volkswirtschaftslehre und Mathematik an der Universität Heidelberg sammelte Urbahn zwei Jahre Markterfahrung bei der Commerzbank als quantitativer Portfolio Analyst, bevor er 2010 als Cross Asset Strategist insbesondere für die Assetklassen Aktien, REITs sowie Rohstoffe verantwortlich war und mehr als sieben Jahre institutionelle Kunden im In- und Ausland betreute. Urbahn ist CFA-Charterholder und gehörte von 2013-2017 zu den drei besten Multi-Asset-Research-Teams weltweit, laut der renommierten Extel-Umfrage.

Leiter Multi Asset Strategy & Research
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