Kompakter Ausblick auf Kapitalmärkte, Volkswirtschaft, Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen. Jeden Monat neu.

Kapitalmärkte - Horizonte Handout | 06. Mai 2026

Horizonte Handout Mai 2026

Lesedauer: 25 MIN

Volkswirtschaft

  • Nach einem robusten ersten Quartal wird die Eurozone aufgrund des Iran-Kriegs jetzt voraussichtlich in die Stagflation rutschen.
  • Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA sind die Wähler unzufrieden mit den hohen Preisen. Der Druck auf Trump, den Krieg zu beenden, steigt.
  • Selbst nach Kriegsende dürfte es einige Monate dauern, bis sich die Energiemärkte wieder eingependelt haben.

Aktien

  • Dem Waffenstillstand am Golf folgt eine starke Erholungsrallye an den Aktienmärkten. US- und EM-Aktien erreichen neue Allzeithochs.
  • Trotz hoher Gewinnerwartungen verläuft die Berichtssaison gut – auf beiden Seiten des Atlantiks.
  • Angesichts steigender Ölpreise und zäher Verhandlungen erscheint das Aktiensentiment etwas zu optimistisch, weshalb wir unser Aktienübergewicht nach taktischen Zukäufen zuletzt wieder reduziert haben.

Anleihen

  • Obwohl Aktien ihren Abverkauf aus den ersten Kriegswochen revidierten, notieren Staatsanleihen weiterhin nahe ihrer Tiefstände vom März.
  • Dennoch bestehen weitere Abverkaufsrisiken für Staatsanleihen, sollten Ölpreise weiter steigen.
  • Credit Spreads tendieren im Zuge eines gestiegenen Risikoappetits deutlich unter ihren jüngsten Hochs. Der erneut starke Preisanstieg bei Öl wurde bislang ignoriert.

Alternative Investments / Rohstoffe

  • Die faktisch geschlossene Straße von Hormus bleibt der treibende Faktor am Ölmarkt. Ohne eine Öffnung dürfte der Ölpreis wohl kaum nachgeben.
  • Steigende Renditen, ein erneut festerer Dollar und anziehende Zinserhöhungserwartungen lasten auf dem Goldpreis. Das aktuelle Makroumfeld wirkt belastend.
  • Viele Industriemetalle bleiben dank eines knappen Angebots gestützt – trotz hoher Energiepreise.

Währungen

  • Der US-Dollar schwingt mit der Kriegsentwicklung im Iran: Bei einer Eskalation wertet der Greenback auf, bei Deeskalation ab.
  • Wir rechnen für die kommenden Monate mit einer Entspannung im Nahen Osten und somit mit einem schwächeren Dollar.
  • Kurzfristig stützt die Intervention der Bank of Japan den Yen, mittelfristig könnten weitere Leitzinsanhebungen helfen.