Im zweiwöchigen Monitor geben wir Ihnen einen strukturierten Überblick über die aktuelle Kapitalmarktlage und beleuchten wichtige Entwicklungen.

Kapitalmärkte - Märkte | Monitor | 04. Mai 2026

Trotz höherer Ölpreise bleiben die Aktienmärkte stabil

Lesedauer: 15 MIN

Aktueller Marktkommentar

Auf die anfängliche Euphorie um den Waffenstillstand am Persischen Golf folgten ernüchternde Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Zwar blieben größere Kampfhandlungen bislang aus, doch ist die Straße von Hormus für den Großteil des internationalen Schiffsverkehrs weiterhin so gut wie nicht passierbar. Die fehlenden Öl-Lieferungen aus der Region machen sich auch an den Märkten bemerkbar: So handelt Brent mittlerweile wieder deutlich über $100 pro Barrel. Auch die Anleiherenditen haben im Zuge der höheren Energiepreise wieder deutlich angezogen. Doch an den Aktienmärkten ist von all diesen Entwicklungen nichts zu spüren. Globale Leitindizes handeln nahe ihrer Allzeithochs und größere Rücksetzer blieben nach der enormen Erholungsrallye im April bislang aus. Darüber hinaus führen zyklische Sektoren das Performanceranking an – trotz der enormen Wachstumsrisiken, die von der Irankrise ausgehen. Aktienmärkte scheinen eine Normalisierung am Persischen Golf trotz stockender Verhandlungen weiterhin fest einzupreisen. Gepaart mit dem höheren Zinsniveau sowie der nicht mehr allzu bearischen Positionierung dürfte dies das Aufwärtspotential von Aktien limitieren. Daher haben wir unser Aktienübergewicht zuletzt etwas reduziert.

Kurzfristiger Ausblick

Wenngleich der Nahost-Konflikt weiter die Schlagzeilen bestimmt, rückten zuletzt einige fundamentale Faktoren mehr und mehr in den Vordergrund der Märkte. Neben der anhaltenden Berichtssaison, welche bislang keine wirkliche Schwäche bei den Unternehmen signalisiert, lag der Fokus zuletzt auch auf den Zentralbanksitzungen der Fed, der EZB, der BoE sowie der BoJ.

Heute stehen zunächst die finalen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe aus der Eurozone (Apr.) auf dem Datenkalender. Morgen wird neben der Handelsbilanz (Mrz.) auch der ISM-Index der Dienstleistungen aus den USA (Apr.) erwartet. Am Mittwoch geben die finalen Einkaufsmanagerindizes der Dienstleistungen aus der Eurozone (Apr.) neue Erkenntnisse zur aktuellen Lageeinschätzung. Zudem werden die Beschäftigungszahlen des Lohnabwicklers ADP aus den USA erwartet (Apr.). Am Freitag werden dann neue Arbeitsmarktdaten aus den USA, darunter die Arbeitslosenquote (Apr.), veröffentlicht. In der Folgewoche rücken die Inflationszahlen in den Fokus der Märkte.

Von dem frischen Ölpreisanstieg ist an den Aktienmärkten nichts zu spüren

Quelle: Bloomberg, Zeitraum: 27.02.2026– 01.05.2026¹
  • In den ersten Wochen des Iran-Kriegs gab der Öl-Preis den Takt an den Aktien- und Anleihemärkten vor: Steigende Ölpreise sorgten für Kursverluste in Aktien und Anleihen, während ein fallender Ölpreis eine Erholungsrallye in beiden Assets auslöste.
  • Für die Aktienmärkte hat sich die Öl- preis-Kopplung aber zuletzt aufgelöst. Obwohl der Preis für Brent-Rohöl wieder deutlich über $100 pro Barrel liegt (und US Treasuries zuletzt abgerutscht sind), notieren US- Aktien weiter nahe ihrer Allzeithochs.