Im zweiwöchigen Monitor geben wir Ihnen einen strukturierten Überblick über die aktuelle Kapitalmarktlage und beleuchten wichtige Entwicklungen.

Kapitalmärkte - Märkte | Monitor | 05. Okt 2026

Spürbar schwächere Marktbreite in den USA über die letzten Wochen

Lesedauer: 15 MIN

Aktueller Marktkommentar

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich zuletzt trotz schwächerer Saisonalität überraschend widerstandsfähig – zumindest auf Indexebene. Dabei hätten die Märkte allen Grund dazu gehabt, deutlicher zu korrigieren: Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs, weitere Zinsanhebungen globaler Zentralbanken sowie weiter hohe Öl- und Energiepreise. Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass ein Großteil der Aktien bereits deutlich darauf reagiert hat. Die schlicht starke Performance und hohe Gewichtung der großen US-Technologieunternehmen in den Aktienbenchmarks haben die Märkte vor einem größeren Abverkauf bewahrt. Doch eine geringe Marktbreite ist nicht immer gleich ein schlechtes Zeichen: Bleibt das Wirtschaftswachstum robust, die Fundamentaldaten der Unternehmen solide und machen sich die höheren Zinsen nicht in der Kreditnachfrage bemerkbar, bieten Rücksetzer eher Chancen für Zukäufe. Sollte das Momentum des globalen Renditeanstiegs über die nächsten Wochen allmählich abnehmen, dürfte sich damit auch die Marktbreite verbessern und die Aktienmärkte in das Jahresende hinein stützen. Wir können uns daher vorstellen, unser leichtes Aktienübergewicht über die nächsten Wochen weiter auszubauen.

 

Kurzfristiger Ausblick

In den letzten beiden Wochen richtete sich der Blick der Märkte vor allem auf das weitere Geschehen am Golf. Zwar dürften sich die Öl-Lieferungen aus dem Mittleren Osten aufgrund von „Dark-Transits“ mittlerweile deutlicher erholt haben, doch bleiben die Energiepreisrisiken ohne eine Einigung der Konfliktparteien weiter erhöht. Abseits dieser Geschehnisse fand gestern die Präsidentschaftswahl in Brasilien statt, bei der es Ende Oktober zur Stichwahl kommt. Heute Morgen wurden zunächst die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen aus der Eurozone veröffentlicht (Sep.). Morgen wird neben den deutschen Auftragseingängen (Aug.) auch die Industrieproduktion aus Frankreich gemeldet (Aug.). Am Mittwoch folgen die Industrieproduktionsdaten aus Deutschland (Aug.) sowie die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der letzten Fed-Tagung. Am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung für die erste Oktober-Woche erwartet (Okt.), während sich der Fokus der Märkte am Freitag auf das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan richten dürfte.

Spürbar schwächere Marktbreite in den USA über die letzten Wochen

Quelle: Bloomberg, Zeitraum: 01.01.2021 – 02.10.2026
  • US-Aktien zeigen sich trotz Renditehochs und Energiepreisrisiken auf Indexebene bislang widerstandsfähig.
  • Unter der Oberfläche zeigt sich jedoch, dass die Performance durch einen kleinen Anteil hochgewichteter Tech-Unternehmen getragen wird, während sich die Marktbreite zuletzt spürbar eingetrübt hat.
  • Sollte das Momentum des Renditeanstiegs geringer werden oder sollten die Renditen sogar fallen, dürfte die Marktbreite wieder spürbar zunehmen und die Märkte weiter stützen.

Die letzten 5 Jahre - MSCI USA