Pressemeldung | 21. Jul 2026

Berenberg legt Jahresabschluss 2025 vor – 20,2 Mio. Euro Jahresüberschuss

Lesedauer: 6 MIN
  • Wirtschaftsprüfer erteilt uneingeschränktes Testat
  • Bank schließt erstes Halbjahr 2026 mit rd. 40 Mio. Euro Überschuss ab

Hamburg. Vier Wochen nachdem die Finanzaufsicht Bafin zwei Sonderbeauftragte als neue Geschäftsleiter eingesetzt hat, konnte ein Schlussstrich unter den Jahresabschluss für 2025 gesetzt werden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat den Jahresabschluss der Bank am 20. Juli uneingeschränkt testiert. Berenberg schließt das Jahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 20,2 Mio. Euro ab. Darin sind alle unter der vorherigen Geschäftsleitung entstandenen strittigen Vorfälle verarbeitet.

Damit liegt das Ergebnis deutlich unter dem Vorjahr (81,6 Mio. Euro), aber auf dem Niveau von 20 Mio. Euro, das die Bank am 19.6. genannt hatte. An diesem Tag hatte die Bafin die Befugnisse der drei bisherigen Geschäftsleiter ruhend gestellt und Dr. Hans-Walter Peters (verantwortlich für Markt und Kundengeschäft) und Michael Horf (Marktfolge) als Sonderbeauftragte mit Geschäftsleiterbefugnis eingesetzt. Beide werden unterstützt durch die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung Laura Janssens und Frederik Gottlob, die die beiden Zentralbereiche Investment Bank bzw. Corporate, Wealth and Asset Management leiten. 

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2025 war aufgefallen, dass Bilanzierung und Bewertung einzelner Aktiengeschäfte im Eigenbestand der Bank nicht den handelsrechtlichen Vorschriften entsprochen hatten. Die Ergebnisse der daraufhin durchgeführten intensiveren Analyse dieser Sachverhalte veranlasste den Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates der Bank eine weitergehende forensische Untersuchung durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu beauftragen. Zusammenfassend ergab sich in der Sonderuntersuchung ein Bild von Maßnahmen, die wesentlich von der Zielsetzung geprägt waren, regulatorische Eigenmittel- und Eigenkapitalwirkungen zu steuern und in einzelnen Fällen Ergebniswirkungen buchhalterisch zu erzeugen, zu glätten oder zeitlich vorzuziehen. Des Weiteren hatten die damaligen Geschäftsleiter Organkredite für Mitglieder der damaligen Geschäftsleitung genehmigt, die Einschränkungen insbesondere hinsichtlich der Marktgerechtigkeit aufweisen.

„Nicht betroffen war das Kundengeschäft. Es gab und gibt keinerlei Auflagen der Bafin hierzu. Berenberg hat höchst kompetente Mitarbeiter, ein hervorragendes Geschäftsmodell und steht finanziell sehr solide da. Die Loyalität und der Zuspruch unserer Kunden haben mich tief bewegt. Damit werden wir weiter in die Zukunft gehen“, erklärt Dr. Hans-Walter Peters. „Wir konnten alle strittigen Punkte im Jahresabschluss verarbeiten und blicken nun in die Zukunft. Wir werden die Überwachungsfunktionen weiter ausbauen und stärken, das ist in dieser Situation sicher angemessen“, so Michael Horf. „Das erste Halbjahr haben wir mit einem sehr erfreulichen Überschuss von rd. 40 Mio. Euro abgeschlossen, die Bank befindet sich in einer sehr komfortablen Liquiditätssituation.“

„Die Gesellschafter der Bank wollen künftig eine Struktur einführen, die eine bessere Aufsicht ermöglicht, als es in der bisherigen Struktur möglich war. Dazu und zur Benennung einer neuen Geschäftsleitung wird es in den nächsten Monaten Gespräche zwischen den Gesellschaftern, aber natürlich auch mit den Aufsichtsbehörden geben“, erklärt Peters. „Integrität und verantwortungsvolles Handeln sind für uns unabdingbar.“

Investment Bank

Die Investment Bank umfasst eine vielfältige Palette von Bank- und Beratungsdienstleistungen in den Segmenten Equities, Investment Banking und Financial Markets. 

Im Research wurde binnen Jahresfrist die Zahl der Analysten von 90 auf 107 deutlich erhöht: 93 arbeiten in London, fünf in Frankfurt, vier in Hamburg, drei in Zürich und zwei in Paris. Auch die Anzahl der analysierten Unternehmen stieg: von 772 auf 846, davon 137 in Deutschland, 292 in UK, insgesamt 775 in Europa und 58 in den USA. Betreut werden insgesamt fast 960 institutionelle Kunden von einem Equity Sales Team aus 42 Generalisten und sieben Spezialisten.

Besonderen Wert legt Berenberg auf die Pflege der Beziehungen zu Unternehmen und Kunden. Dazu dienen insbesondere die vier Flagship-Konferenzen in Europa und den USA. Sie wiesen 2025 die höchsten Teilnehmerzahlen seit ihrem Bestehen auf. Ergänzt werden sie um 23 weitere Konferenzen, die sich insbesondere durch ihren sektor- oder themenspezifischen Fokus auszeichnen. 2025 organisierte Berenberg zudem insgesamt 23.000 (vj. 20.000) Zusammenkünfte von Investoren und Geschäftsleitungsteams von Unternehmen.

Seine starke Stellung im Aktienhandel bestätigte Berenberg und konnte das Geschäft erneut stark ausweiten. Im Berichtsjahr erhöhte sich das Handelsvolumen von 140 auf 179 Mrd. Euro (+27%). 

Seine führende Position im Bereich Equity Capital Markets konnte Berenberg in der DACH-Region unterstreichen. 37 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 11,5 Mrd. Euro führte Berenberg durch, darunter den von der Deutschen Börse als „Outstanding IPO” ausgezeichneten Börsengang von Pfisterer. Ein Beispiel für das hervorragende Zusammenspiel der europäischen und der US-Einheiten von Berenberg ist das betreute Dual Listing von Fermi America (785 Mio. US-Dollar) an der New Yorker Nasdaq und der London Stock Exchange. 

In UK konnten 2025 27 neue Corporate-Broking-Mandate gewonnen werden. Berenberg berät nun 72 Corporate-Broking-Kunden mit einer durchschnittlichen Marktkapitalisierung von 1,3 Mrd. GBP.

Corporate, Wealth and Asset Management

Das Corporate Banking betreut kapitalmarktnahe und mittelständische Unternehmen und umfasst neben dem traditionellen Firmenkundengeschäft die Branchenthemen Schifffahrt und Immobilien, Infrastructure & Energy sowie das Spezialfeld Structured Finance. Die Nachfrage nach Kreditfonds hat erneut deutlich zugenommen. Der Kreis von Investoren hat sich einerseits in Deutschland weiter diversifiziert und konnte zudem erstmals auf das Ausland ausgeweitet werden. 

Im Wealth Management bietet Berenberg Kunden mit komplexen Vermögensstrukturen und besonderen Anforderungen an die Vermögensanlage individuell zugeschnittene Lösungen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an sehr vermögende Privatkunden, Familienunternehmer und unternehmerisch denkende Entscheider sowie Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen.

Im Asset Management konzentriert sich Berenberg auf Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Family Offices. Die Investmentlösungen fokussieren sich auf fünf Eckpfeiler: Aktienfonds stehen für fundamentale Aktienkompetenz mit dem Fokus auf Quality Growth und Small/Micro-Cap-Unternehmen. Multi Asset bietet global anlegende, vermögensverwaltende Strategien und Fonds mit europäischem Fokus. Das Fixed Income-Segment umfasst Euro-Credit-Strategien. 2025 sind mit Solutions und Alternatives zwei neue Eckpfeiler geschaffen worden, die KI-basierte Lösungen bzw. liquide, nicht-traditionelle Investmentstrategien zur Diversifikation beinhalten. Das Investment Consulting agiert als vollwertiges Outsourced Chief Investment Office und entwickelt zielgerichtet Lösungen für unterschiedliche Anlegergruppen.

Ein bedeutender Meilenstein war der Umzug in das neue Headquarter in Hamburg. Gleichzeitig wurde die IT-Infrastruktur umgestellt und neue Rechenzentren errichtet. Das alles hat reibungslos funktioniert.

Ergebnis 2025

Der Jahresüberschuss sank um 75,2 % auf 20,2 Mio. Euro (Vj. 81,6 Mio.). Gründe hierfür waren insbesondere Effekte aus der Risikovorsorge eines einzelnen Engagements, die herausfordernde Restrukturierungssituation im Zentralbereich Wealth and Asset Management, eine schwächere Ertragslage in der Investmentbank im vierten Quartal 2025 sowie höhere Investitionen in die weitere Modernisierung der IT. Die Eigenkapitalrendite betrug 9,0 % (Vj. 40,1 %) und befindet sich damit auf einem branchenüblichen Niveau.

Der Provisionsüberschuss verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 387,9 Mio.  auf 349,1 Mio. Euro (-10,0 %). Der Zinsüberschuss lag mit 119,1 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert (140,8 Mio. Euro; -15,4 %), jedoch über dem Planwert. Das Handelsergebnis stieg von 8,7 auf 23,1 Mio. Euro (+165,5 %). Das Sonstige betriebliche Ergebnis ist von 14,3 auf 20,3 Mio. Euro gestiegen (+42,0 %) und resultiert im Wesentlichen aus dem operativen Devisengeschäft sowie einer Umsatzsteuerrückerstattung.

Die Mitarbeiterzahl in der Gruppe stieg 2025 von 1.528 auf 1.588. Die größten Standorte sind Hamburg (847), London (406), Frankfurt (199) und New York (35). Die Personalkosten liegen mit 277,0 Mio. Euro 9,4 % über dem Vorjahr (253,1 Mio.) – eine Folge allgemeiner Gehaltssteigerungen, erhöhte Bonusrückstellungen und Restrukturierungen. Die Sachkosten stiegen um 10,0 % auf 173,4 Mio. Euro (Vj. 157,6 Mio.). 

Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen (Cost-Income-Ratio) stieg von 76,2 % auf 90,4 %. Das Verhältnis laufender Zinsüberschuss zu Provisionsüberschuss unterstreicht mit 25:75 die sehr hohe Bedeutung des dienstleistungsorientierten Geschäftsmodells. Die Eigenmittel der Bank betrugen zum Bilanzstrichtag 369,7 Mio. Euro (Vj. 349,9 Mio. Euro). Die Kernkapitalquote beträgt 12,1 % (Vj. 12,9 %), die Gesamtkapitalquote 13,9 % (Vj. 14,5 %). Beide liegen komfortabel über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Die Assets under Management stiegen leicht auf 39,4 Mrd. Euro (Vj. 39,0 Mrd.), die Bilanzsumme reduzierte sich leicht von 6,447 auf 6,429 Mrd. Euro. 

Die Geschäftsleitung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Gewinn der Bank des Jahres 2025 vollständig den Gewinnrücklagen zuzuführen.

Ergebnis 1. Halbjahr 2026

Die Bank hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Überschuss von rd. 40 Mio. Euro abgeschlossen.

Den testierten Lagebericht 2025 finden Sie unter: https://www.berenberg.de/uploads/web/Publications/Annual-Reports/Lagebericht_Berenberg_2025.pdf

Der komplette Geschäftsbericht wird in der kommenden Woche veröffentlicht.

Bilanz Berenberg 2025

Geschäftszahlen Bank 20252024
Provisionsüberschuss Mio. EUR 349,1 387,9
Zinsüberschuss Mio. EUR 119,1 140,8
Handelsüberschuss Mio. EUR 23,1 8,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis Mio. EUR 20,3 14,3
Verwaltungsaufwand Mio. EUR 462,2 420,2
davon Personalaufwand Mio. EUR 277,0 253,1
Jahresüberschuss Mio. EUR 20,2 81,6
Eigenmittel Mio. EUR 369,7 349,9
Kernkapitalquote in % 12,1 12,9
Eigenkapitalrendite v. St. in % 9,0 40,1
Aufwands-Ertrags-Relation in % 90,4 76,2
Bilanzsumme Mrd. EUR 6,4 6,4
Verwaltetes Vermögen Mrd. EUR 39,4 39,0
Mitarbeiter (Berenberg Gruppe) 1.588 1.528
Karsten Wehmeier
Telefon +49 173 288 58 42

Über Berenberg

Berenberg wurde 1590 gegründet und gehört heute mit den Geschäftsbereichen Investment Bank und Corporate, Wealth and Asset Management zu den führenden europäischen Privatbanken. Das Bankhaus mit Sitz in Hamburg hat eine starke Präsenz in den Finanzzentren Frankfurt, London und New York.

Wichtige Hinweise

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