Angebotsdefizit dürfte Ölpreis auf erhöhtem Niveau halten
Der Ausbruch des Nahostkonfliktes versetzte den globalen Ölmarkt in einen noch nie dagewesenen Angebotsschock. Durch die faktische Schließung der Straße von Hormus fielen rund 20 % des weltweit benötigten Rohöls aus. Wenngleich ein Teil davon über alternative Routen aufgefangen werden konnte, schwinden die globalen Öllagerbestände in rasanter Geschwindigkeit. Selbst nach Unterzeichnung des Rahmenvertrages dürfte es aufgrund beschädigter Infrastruktur, Entminung, heruntergefahrener Produktionen und einer Fehlverteilung von Schiffskapazitäten womöglich Monate dauern, bis sich das globale Angebot normalisiert. Gleichzeitig dürfte das Auffüllen der Lagerbestände und SPRs eine inkrementelle Nachfrage erzeugen. Trotz jüngster Schwäche dürfte das anhaltende Angebotsdefizit das allgemeine Preisniveau von Rohöl daher auch die nächsten Monate erhöht halten.
Globale Öllagerbestände dürften nur allmählich befüllt werden
Kommerzielle OECD Öllagerbestände (in Mrd. Barrel) sowie Prognose der Energy Information Administration (EIA) bis Ende 2027
Strukturelle Treiber für Gold trotz fragilen Makroumfelds intakt
Der Goldpreis verzeichnete zu Beginn des Jahres eine deutliche Preisrallye, gab diese im Zuge des Nahostkonfliktes jedoch wieder vollständig ab. Als wesentliche Belastungsfaktoren gelten die im Zuge der gestiegenen Energiepreise erhöhten Leitzinserwartungen und Realzinsen. Zeitgleich verkauften einzelne Zentralbanken Teile ihrer Bestände – hauptsächlich jedoch um einer Abwertung der Landeswährung entgegenzuwirken. Mit dem Rahmenvertrag zwischen den USA und dem Iran sowie einer deutlich bereinigteren Positionierung dürften die jüngsten Belastungsfaktoren für Gold allmählich schwinden und die nach wie vor bestehenden strukturellen Treiber wieder vermehrt in den Vordergrund rücken. Fiskalische Dominanz, finanzielle Repression sowie steigende Haushaltsdefizite sprechen auch weiterhin für reale Anlagen wie Gold.
Goldkäufe von Zentralbanken halten auch 2026 unverändert an
Quartärliche Nettogoldkäufe von globalen Zentralbanken in Tonnen und Milliarden US-Dollar seit 2016
Anhaltende Angebotsknappheit dürfte Metalle weiter stützen
Industriemetalle, allen voran Kupfer und Aluminium, verzeichneten im bisherigen Verlauf des Jahres eine sehr robuste Entwicklung. Haupttreiber waren neben anhaltenden Angebotsengpässen auch erneute Diskussionen rund um die Einführung von Zöllen der Trump-Administration. Zusätzlich stützend wirken derzeit die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur sowie die allgemein robuste wirtschaftliche Verfassung. Das vorherrschende Angebotsdefizit wurde bislang durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus verschärft, durch welche sonst rund 10 % der globalen Aluminiumproduktion transportiert werden. Wenngleich die aktuelle Positionierung kurzfristig zur Vorsicht mahnt, dürften Industriemetalle auch abseits der aktuellen Ereignisse durch strukturelle Treiber wie KI-Rechenzentren und der grünen Transformation gestützt bleiben.
Kupferlagerbestände fallen seit Beginn des Krieges deutlich
Kupferlagerbestände an der London Metal Exchange (LME) und Shanghai Futures Exchange (SHFE) indexiert auf 100 am 01.01.2021
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